Keep it real!

Keep it real, halte es echt, ist meine Art und mein Verständnis eine Hochzeitsreportage zu fotografieren. Was verstehe ich darunter?

 

Ich beginne damit, warum ich mich für die Reportage entschieden habe und was sie für mich ausmacht. Eine Reportage ist die Begleitung eines bestimmten Zeitraumes, z.B. vom Getting Ready bis zur Party am Abend, aber auch vom Getting Ready bis zum Hochzeitsmenü. Im Gegensatz dazu ist die klassische Hochzeitsfotografie beschränkt auf bestimmte Programmpunkte wie die Trauung und / oder die Brautpaarbilder im Abschluss. Ich habe recht schnell für mich festgestellt, dass ich ausschließlich Reportagen, und diese ab 8 Stunden, fotografieren möchte. Der Hochzeitstag beginnt in der Regel früh morgens und endet spät abends. Ich möchte den Tag so dokumentieren, dass meine Brautpaare später ihren Tag als Geschichte wiedererkennen, als Zusammenhang immer wieder erleben können. Fotografiere ich nur einen Abschnitt, so verblassen irgendwann die Gedanken an den Zeitraum davor und danach, der aber genauso zu dem Tag gehört hat. Für mich ist daher nur die Reportage die Art zu fotografieren, die einer Hochzeit gerecht wird.

 

Was bedeutet nun „keep it real“? Darunter verstehe ich, dass ich die Hochzeit so fotografiere, wie sie tatsächlich passiert. Nur sehr selten greife ich in das Geschehen ein, z.B. bei den Gruppenbilder (die natürlich nicht einfach so passieren) oder dem Brautpaarshooting. Aber selbst hier gilt: kleine Hilfen, kleine Tipps, aber keine festen Vorgaben wie „schau hier, schau so, kleiner Finger etwas höher“. Es gibt auch keine festen Posen, die ich als Standard plane. Nicht, weil es nicht möglich ist, es wäre sogar einfacher. Sondern weil es nicht natürlich wirkt, weil es nicht zu euch passt. Zu euch passt ausschließlich die Bewegung, die ihr tatsächlich auch im Alltag macht. Meine Anweisungen lauten daher eher „nimm deine Braut bitte so in den Arm, wie du deine Braut sonst auch in den Arm nimmst.“ Meine Paare danken mir für diese natürliche Art zu fotografieren nicht nur weil es sich beim Shooting selbst viel besser anfühlt, weil sie sich nicht verstellen müssen (und sollen!), sondern weil auch die Ergebnisse natürlicher, eben „real“ sind.

 

 

Und genau das möchte ich auch für die Hochzeitsreportage haben. Ehrliches lachen der Gäste, der verstohlene Blick der Kinder wenn sie erstmal schauen müssen was hier alles passiert und die angeregten Gespräche der Gäste: alle erkennen sich wieder und werden fotografiert, wie sie sind: echt. Bei meinen Reportagen halte ich mich die meiste Zeit im Hintergrund, möchte möglichst wenig auffallen und werde oftmals sogar für einen Gast gehalten, der eine Kamera dabei hat. Das ist mein Ziel und die beste Voraussetzung für genau die Bilder, die ich am Schluss haben möchte und die meine Art der Fotografie ausmacht.