Wir möchten, dass du unsere Hochzeit fotografierst, aber.

Eine Hochzeit zu feiern ist so individuell wie jeder Mensch von uns. Zu Beginn der Planung steht jedes Brautpaar unweigerlich vor der Frage „wie machen wir das denn?“ Vintage, klassisch, rustikal, ausgefallen, modern, schlicht? Heimatnah, an der See, in den Bergen oder richtig weit weg? Wen laden wir alles ein? Die engsten 20, alle 150 oder nur zu zweit?

 

Sind diese Fragen beantwortet, geht es direkt weiter: Was möchten wir alles haben? Ein Schloss, ein Restaurant, im Freien oder drinnen? Welche Jahreszeit? Ein Brautauto, welche Deko? Fotos? Video?

 

Schnell kommen sie zu der Erkenntnis, dass sich insgesamt relativ viele Posten ansammeln und spätestens mit den ersten Anfragen an Dienstleister oder die Suche nach eben diesen wird klar, dass eine Hochzeit definitiv keine günstige Angelegenheit wird. Okay, das war evtl. schon vorher klar. Aber vielleicht kommt jetzt der Punkt an dem sich das zukünftige Brautpaar überlegt, bei welchem Posten Abstriche gemacht werden können um alles im bezahlbaren Rahmen zu halten.

 

Hier wird oft der erste Fehler gemacht: Bei jedem einzelnen Posten wird nach einer günstigeren Alternative gesucht. Das mag bei einer Location Sinn machen, sie macht oft den größten Posten aus und ist unverzichtbar. Aber rückt man vom Traumauto ab und nimmt einen günstigeren Kompromiss? Bucht man einen mittelmäßigen Fotograf und Videograf oder am besten einen, der beides zusammen anbietet, dafür günstiger ist?

 

Ich bekomme hin und wieder die Rückmeldung, dass einem Paar mein Bildstil und alles was man über mich online erfährt super gefällt, auch das persönliche Kennenlernen sehr sympathisch war und sie mich sehr gerne bei ihrer Hochzeit dabei hätten – aber es „einfach nicht ins Budget passt“.

 

Meine Antwort darauf ist: Das stimmt nicht. Schaut euch alle eure Posten an, die ihr für eure Hochzeit buchen möchtet. Wirklich alle, mit Einladungen, Safe the Date Karten, der Hochzeitstorte, dem Hochzeitsbuffet oder –menü, bis zum Luftballonsteigenlassen. Ordnet jetzt all diese Posten nach Prioritäten. Macht das gemeinsam, nehmt euch dafür Zeit und vielleicht eine Flasche guten Wein. Besprecht, warum eine Sache wichtiger erscheint als eine andere. Seid ihr euch in einem Punkt nicht einig, sprecht darüber warum das so ist. Wenn ihr fertig seid werdet ihr sehen, dass das Auto vielleiht gar nicht so weit vorne steht wie ihr dachtet, für 10 Minuten Fahrt aber vielleicht 600 Euro kostet. Oder dass Luftballons steigen lassen gar nicht so gut für die Natur ist, in der sie später landen, und eure Gäste sie auch nicht vermissen werden. Oder dass vielleicht das Buffet oder Menü gar nicht so aufwändig sein muss weil ihr viel lieber feiern wollt. Oder dass ihr die Nachspeise auch super durch die Hochzeitstorte ersetzen könnt (die dann auch noch gegessen wird, anders als um Mitternacht). Und irgendwo taucht dann in dieser Liste der Fotograf auf. Mal weiter vorn, mal weiter hinten. Das ist sehr unterschiedlich. Aber bevor ihr einen Kompromiss eingeht, der am Ende sehr teuer ist weil ihr nicht zufrieden seid, prüft, ob ihr den ein oder anderen Posten, der nach dem Fotograf auf der Liste steht, nicht komplett streichen könnt. Und z.B. das Auto des Schwiegervaters nutzt (viel persönlicher), den DJ erst zur Party engagagiert und zum Essen eine Playliste laufen lasst oder ob ihr vielleicht nicht außerhalb der sogenannten Hochzeitssaison (Mai bis September) heiraten möchtet. Herbst- und Winterhochzeiten sind wunderschön! Und viele Locations haben hier ganz andere Preise. Vor einiger Zeit habe ich eine Hochzeit an einem Dienstag fotografiert, das ist auch eine tolle Möglichkeit zum einen eure Location überhaupt zu bekommen und zu anderen oft günstiger. Eure Gäste werden sich sicher einen Tag Urlaub nehmen können. Was ich sagen will: Spielt ganz frei alle Gedanken durch.

 

Ein Gedanke, den ich euch als Fotograf natürlich mitgeben muss: Wie oft wirst du das Hochzeitskleid nach der Hochzeit tragen? Wie lange werden die Blumen blühen, wie schnell ist das Buffet aufgegessen? Und was bleibt, 10, 20 und 50 Jahre nach der Hochzeit? Wenn ihr, hoffentlich verliebt wie am Hochzeitstag auf der Couch sitzt und in eurem Hochzeitsbildband blättert und dann wie heute mit einem guten Wein an eure Hochzeit denkt…