Wie du deinen Fotografen findest

Suche mal in Google nach „Hochzeitsfotograf + Dein Wohnort“ – du findest bestimmt 1546 Millionen Einträge ;-) Ok, ganz so viele sind es nicht, aber in meinem Fall schon mal 55.400. Wie soll man denn da den richtigen für sich finden? Und woran erkennt man ihn überhaupt? Darum soll es heute gehen. Nach diesem Artikel wirst du definitiv schlauer sein und aus den 55.400 Ergebnissen werden viel, viel weniger J

 

Zunächst gibt es die SEPB-Grundregel. Die besagt, dass Stil, Erfahrung, Persönlichkeit, Budget zu euch passen müssen – und zwar in der Reihenfolge. Lass mich das kurz erklären:

 

STIL

 

Wenn dir der Stil eines Fotografen, also nur die Bildsprache, der Look usw. (es geht noch nicht um den Fotografen selbst) nicht gefällt, dann ist es egal wie sympathisch, erfahren und günstig er ist. Es würde euch nicht mal gefallen wenn er eure Hochzeit kostenlos fotografiert oder euch Geld bezahlt ;-) Zum Stil gehört auch: Sind die Bilder ungestellt und natürlich oder wurden feste Posen vorgegeben? Ich möchte das nicht bewerten, aber wenn ihr wie ich Wert auf Natürlichkeit legt, werdet ihr mit einem Fotografen, der seine Standartposen im Park und den Blumen im Hintergrund nicht glücklich werden. (Mehr Infos zu meinem Paarshooting gibt es hier). Jeder Fotograf hat hier seine eigene Handschrift.

 

ERFAHRUNG

 

Der Stil passt? Euch gefallen die Bilder? Prima, die erste Hürde ist genommen. Ihr kennt den Fotografen noch nicht persönlich, aber seine Website. Ihr informiert euch ein wenig und erfahrt, dass er bisher 2 Hochzeiten fotografiert hat. Das hat er gut gemacht, aber ist das schon ausreichend Erfahrung um eure Hochzeit zu fotografieren? Kann er damit umgehen wenn es regnet? Hat er Equipment mit doppelter Sicherung? Ist er versichert wenn etwas kaputt geht? Kann er auf ungeplante Situationen mit kühlem Kopf reagieren oder kommt er ins schlingern? Erfahrung ist nicht alles, macht aber einen sehr wichtigen Teil bei der Auswahl des richtigen Fotografen für eure Hochzeit aus. Schließlich kann man eine Hochzeit nicht mal eben wiederholen wenn es ein Problem gab. Die Alarmglocken sollten aber ebenfalls klingeln, wenn ein Fotograf angibt, 50 Hochzeiten im Jahr zu fotografieren und damit seine Erfahrung untermauern möchte: Hier erwartet euch Fließbandarbeit. Oder zu euch kommt gar nicht der gebuchte Fotograf sondern ein Angestellter von ihm. Das ist bei einem Passbild okay, eine Hochzeit ist aber etwas sehr persönliches und sollte weder ein Massengeschäft sein, noch unter Angestellten aufgeteilt werden (zumindest wenn das nicht vorher vereinbart wurde). 50 Hochzeiten sind von einem Fotografen in vernünftiger Qualität kaum zu bewerkstelligen.

 

PERSÖNLICHKEIT

 

Ihr habt nun einen Fotografen, der tolle Bilder macht und ausreichend Erfahrung mitbringt – ihr seid dem Ziel schon viel näher und habt nun vermutlich wesentlich weniger Fotografen in der Auswahl als zu Beginn, richtig? Dann kommen wir zur Persönlichkeit. Die ist ungemein wichtig. „Warum? Er oder sie soll doch nur Fotos machen? Warum müssen wir uns denn persönlich verstehen?“ Ganz so ist es nicht: Ich bin den ganzen Tag eurer Hochzeit um euch herum, das Paarshooting soll entspannt und angenehm sein, obwohl und gerade weil es für euch sicher eine sehr ungewohnte Situation ist. Das klappt nur, wenn wir persönlich zueinander passen. Noch viel wichtiger ist aber folgendes: Stellt euch vor, die Hochzeit ist vorbei, ihr habt die Bilder bekommen, vielleicht noch einen Bildband und ihr lasst den Tag nach ein paar Monaten nochmal Revue passieren. Was passiert, wenn ihr eure Bilder betrachtet? „Oh wow, diese unglaubliche Auflösung!“ „schau was für eine tolle Papierqualität“? Nein, die Bilder sind Träger eines Gefühls. Sie helfen euch, die Stimmung wieder aufzugreifen, wieder in die Situation einzutauchen und zu fühlen was ihr gefühlt habt. Habt ihr euch wohl gefühlt? War das fotografieren eine tolle Erfahrung für euch? Oder war der Fotograf unfreundlich, ist nicht auf euch eingegangen und war vielleicht sogar pampig wenn etwas nicht nach seinem Plan ging? Alles schon erlebt. Und genau dieses Gefühl werdet ihr jedes Mal haben, wenn ihr eure Bilder betrachtet. Da wäre es doch besser, wenn der Fotograf euch sympathisch ist oder? J

 

BUDGET

 

Euer Traumfotograf macht klasse Bilder, fotografiert seit vielen Jahren Hochzeiten und ist ein richtig netter Kerl oder eine sympathische Dame – und kostet 8000 Euro bei einem angenommenen Budget von 2000 Euro. Tja, ich denke, da braucht man nicht mehr weiter drüber nachdenken, die Differenz ist einfach zu hoch. Vermutlich wird der Preis gerechtfertigt sein, sonst würde er oder sie ihn nicht aufrufen und bekommen, aber 6000 fehlende Euro kann man einfach nicht herbeirechnen.

 

Stellt euch aber vor wir liegen bei 3000 Euro. Die Differenz sind also 1000 Euro. Eine Hochzeit ist kostspielig und hat viele Posten, so viel ist klar. Oft ist es aber auch eine Frage der Prioritäten. Eine Märchenhochzeit im Schloss an einem beliebten Datum, mit dem 8000 Euro Fotograf, Sternekoch, Brautkleid und Weddingplaner kostet. Ist das Budget nicht entsprechend müssen entweder Abstriche gemacht werden, oder ihr überlegt, ob eine wunderschöne Hochzeit auch in einer etwas unspektakuläreren Location als einem Schloss stattfinden kann. Oder ob das Sternemenü auch ein Buffet sein kann. Was ich damit sagen will: Jeder hat seine eigenen Prioritäten. Und das ist auch gut so. Nicht jedem sind hochwertige Bilder wichtig, manche verzichten sogar ganz auf einen Hochzeitsfotografen (das ist übrigens immer noch besser als einen günstigen zu buchen, über den ihr euch nachher nur ärgert). Überlegt euch eure Priorität. Vielleicht fahrt ihr mit dem eigenen Auto zur Location statt mit einer Limousine aus den 60ern? Da kann die Differenz schon wieder drin sein. Grundsätzlich gilt: Am Hochzeitstag selbst spielt der DJ oder die Band eine wichtige Rolle, ohne Stimmung kommt schnell Langeweile auf. Nach der Hochzeit bleiben euch die Ringe und die Ergebnisse des Fotografen und / oder Videografen. Das Essen spielt übrigens gar nicht so eine große Rolle. Natürlich sollte es gut und lecker sein, aber seien wir ehrlich: es ist nach 20 Minuten verputzt und keiner denkt mehr daran, es sei denn er hat zu viel gegessen ;-)